Für wen ist Gestalttherapie?

Das Leben bewusster zu erfahren, den Handlungsspielraum zu erweitern, Lebensfreude und Zufriedenheit zu steigern ist ein grundlegendes Ziel der Gestalttherapie und sie eignet sich zur Bewältigung vieler Themen, die im Laufe des Lebens auftauchen können:

  • Schwierige Beziehungsphasen
  • Konflikte
  • Schwierige Lebensphasen
  • Krisen
  • Einsamkeit
  • Trauer
  • Erschöpfungszustände oder Burnout
  • Angst
  • Verhaltensmuster, die Sie selbst stören
  • Anhaften an Vergangenem
  • Lebenssituation, die Sie anders angehen möchten als bisher
  • Gefühle, mit denen Sie nicht umzugehen wissen
  • Gefühle der Handlungsunfähigkeit
  • Andere erlebte Einschränkungen

Die Gestalttherapie ist eine humanistische Psychotherapierichtung. Sie unterstützt Menschen dabei, in bewusstem Kontakt mit den eigenen Wahrnehmungen, Deutungen, Bedürfnissen, Werten, Zielen und Ressourcen zu leben. Es geht um einen konstruktiven Dialog mit sich selbst und anderen. Dabei wird bei Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft die Aufmerksamkeit auf deren Wirkung auf das "Hier und Jetzt" gerichtet. Wie ist es momentan? Wie fühlt es sich gerade an? Und wofür statt warum ist es so, wie es eben ist.

Wie ist meine Haltung als Gestalttherapeutin?

Respektvoll. Ich achte und würdige Wirklichkeit, Persönlichkeit, Lebensleistung, Würde und Freiheit meiner Klienten. Ich vertraue auf die Fähigkeit, eigene eigenwillige Antworten auf neue Anforderungen im Leben zu finden. Die Gestaltherapie ist geprägt von einem positiven Bild, wonach Menschen jeden Alters spontan und aus sich heraus Struktur und Form bilden oder erneuern können. Sie können ganzheitlich und dynamisch ihr Erleben und Verhalten organisieren, Richtung wählen, Identität bilden und Sinn finden. Menschen sind danach zu Kontakt, Koordination und Kooperation fähig. Es muss nichts Zusätzliches, Fremdes von außen aufgezwungen werden.

Wie arbeite ich als Gestalttherapeutin?

Meine Aufgabe sehe ist darin, im Prozess der Selbsterfahrung, Entwicklung und Veränderung zu unterstützen, wenn es ohne Hilfe nicht weiter geht. Hemmung und Vermeidung sind ein sehr guter und notwendiger Schutz vor emotionalem Schmerz, können aber auch zur Stagnation führen. Um bewusst wahrzunehmen, was da ist und den Blick nicht abzuwenden, braucht es einen geschützten Raum, Vertrauen und Unterstützung in einem Tempo, dass jeder selbst bestimmt. Zur Gestalttherapie ist vor allem die Körperpsychotherapie für mich eine hilfreiche Ergänzung.

 

Die gestalttherapeutische Arbeit ist inspirierend, kreativ und aktivierend. Dabei wird direkte Erfahrung, konkretes Erlebens und Erproben, aktives Entdecken und Erfinden dem „Darüber Reden“ vorgezogen. Dies geschieht mit Gewahrseins- und Kontaktübungen nach innen und außen, dem Ausdruck von Gedanken, Gefühlen, inneren Bildern sowie Körperempfindungen und durch das Experimentieren. Es wird auf das Potential zu lebenslangem Wachstum und kreativer Anpassung gebaut, um Balance und Stabilität durch Dynamik und Veränderung zu erreichen. Erneuerungs- und Selbstheilungskräfte sollen belebt, Selbstakzeptanz  und -vertrauen gefördert und Verantwortung für die eigenen Entscheidungen und Vermeidungen zugemutet werden. Zufriedenheit und Lebensfreude kann dadurch wachsen oder wiederkehren.

Der Begriff "Gestalt"

Der Begriff Gestalt kommt aus der Gestaltpsychologie und meint etwas Wahrgenommenes, dem wir Sinn und Zusammenhang hinzugefügt haben.

Dieser Sinn und Zusammenhang ist aus dem ganz persönlichen Hintergrund entnommen. Dadurch wird dasselbe Ding für jeden einzelnen zu einer individuellen Gestalt.

Z.B. bleibt ein Feuer ein Feuer, aber bei dem Einen ist es mit stimmungsvollem Lagerfeuer verbunden und ein warmes Gefühl tritt in den Vordergrund. Der Andere ist erinnert an seine Angst vor Erstickung bei einem Zimmerbrand und Angst mit Enge im Hals und zusammengezogene Schultern werden plötzlich vordergründig erlebt.

Solange negative Erinnerungen derart wiederkehren, dass sie das aktuelle Leben blockieren, redet die Gestaltpsychologie von einer nicht geschlossenen Gestalt. Wir alle tragen ein paar davon mit uns herum, große, kleine, verdrängte und wiederkehrende.